Editorial

Die Erwartung, dass etwas Wünschenswertes geschieht, ohne darüber wirklich Gewissheit zu haben: Dieses Gefühl nennt man Hoffnung. Eine christliche Tugend, wie Liebe und Glaube und ein mächtiger Antrieb für menschliches Handeln. Die Hoffnung verbindet die Protagonisten der Filme, die von den Volontärinnen und Volontären der Evangelischen Journalistenschule in Berlin hergestellt wurden.

Der Boxer Burak Sahin will Schwergewichtsweltmeister werden, obwohl er viel zu klein ist. Sahin trainiert, hämmert, schlägt, springt, rackert; in drei Jahren will er seinen Körper überlistet haben und an der Weltspitze sein. Hamdi Kassar moderierte früher im syrischen Frühstücksfernsehen. In seiner Heimat war er ein Star. Jetzt ist er nach Deutschland geflüchtet, spricht kaum Deutsch – doch eines Tages will er wieder Moderator sein, im deutschen Fernsehen. Sahin und Kassar haben einen Traum, für den sie sich jeden Tag an der Realität abarbeiten.

Einen Traum haben auch June Tomiak, Onur Bayar und Tara Vonessen. Die drei Teenager wollen in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt werden. Sie glauben daran, etwas zum positiven ändern zu können, wollen gestalten. Ihren Glauben an die offene Gesellschaft verlieren gerade die Berliner Türken, die in Opposition zum türkischen Präsidenten Erdogan stehen oder gar dem Prediger Fethulla Gülen anhängen. Sie werden mit Hasskommentaren und Morddrohungen konfrontiert.

Zwei Monate lang haben die Volontäre der Evangelischen Journalistenschule Geschichten über Hoffnung recherchiert und schließlich filmisch umgesetzt. Sie wurden dabei von engagierten Dozenten, Kameraleuten und Cuttern begleitet. Nur so konnten aus Ideen Filme werden. Unterstützt wurde das Projekt vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Dafür sagen wir Danke!